Aufsichtsführung von Segelfluglehrer-Anwärtern

Im Zusammenhang mit der Ausbildungstätigkeit eines Fluglehrer-Anwärters unter Aufsicht im Anschluss an den Ausbildungslehrgang ergab sich immer wieder die Frage über den zu praktizierenden Umfang der Aufsichtspflicht.

In einem gemeinsamen Gespräch mit Vertretern der Regierungspräsidien von Baden-Württemberg und dem BWLV wurde diese Frage wie folgt abgestimmt:

Der aufsichtsführende Fluglehrer oder in besonderen Fällen ein von der Erlaubnisbehörde anerkannter Vertreter koordiniert die Ausbildungstätigkeit mit dem Fluglehrer-Anwärter, überwacht die Ausbildung auf fachliche und methodische Übereinstimmung mit den entsprechenden Vorgaben (Ausbildungsrichtlinien des BWLV und Methodik der Segelflugausbildung,  informiert sich durch Flüge mit den Flugschülern über den Fortgang und Stand der Ausbildung.

Er muss während der Ausbildung des Fluglehreranwärters nicht unbedingt am Platz sein. Die persönliche Begleitung durch den aufsichtsführenden Fluglehrer wird sich selbstverständlich am Erfahrungsstand des Fluglehreranwärters orientieren. Der Fluglehrer-Anwärter bildet die ihm zugewiesenen Flugschüler am Doppelsteuer aus und erteilt mündliche Flugaufträge in Sichtweite des Flugplatzes.

Er darf keine Übungsflüge durchführen und keine Flugaufträge für erste Alleinflüge und für Flüge außerhalb der Sichtweite des Flugplatzes (Streckenflüge) in schriftlicher Form erteilen.

Die Aufsichtspflicht kann auf Antrag des hierfür anerkannten Fluglehrers aufgehoben werden, wenn der Bewerber mindestens einen Flugschüler in jedem Ausbildungsabschnitt ausgebildet hat oder mindestens 60 eigene Ausbildungsstarts und 10 Ausbildungsflugstunden in allen Ausbildungsabschnitten durchgeführt hat.

Der Nachweis über die Ausbildungstätigkeit nach § 89 Abs. 1 Nr. 5 LuftPersV in Verbindung mit Anlage 15F der 2.DV LuftPersV Nr. 11  wird auf dem entsprechenden Formular „nachweis_ausbildungstaetigkeit,pdf“ an das zuständige Regierungspräsidium eingereicht. Daraufhin wird die Lehrbereichtigung erteilt.