Antworten zu häufig gestellten Fragen

Abgestimmt mit der Luftfahrtbehörde von Baden Württemberg 31.3.2010

 

1.         Können die geforderten 25 Starts zur Aufrechterhaltung der Berechtigung Segelflugzeuge zu fliegen auch auf TMG geflogen werden?

 

Antwort: Die in § 41 Abs. (2) LuftPersV geforderten 25 Starts müssen gemäß Interpretation des BMVBS ausschliesslich auf Segelflugzeugen nachgewiesen werden.

 

 

2.         Können die 5 Eigenstarts zur Aufrechterhaltung der Eigenstartberechtigung auf Segelflugzeugen auf TMG in Begleitung eines Fluglehrers geflogen werden auch wenn der Pilot keine Berechtigung hat, TMG zu fliegen?

 

Antwort: Von den in §41 Abs. (2) LuftPersV geforderten 5 Eigenstarts, damit die in der Segelfluglizenz eingetragene Startart "Eigenstart" ausgeübt werden kann, können fehlende Eigenstarts auf Reisemotorseglern in Begleitung eines Fluglehrers geflogen werden auch wenn der Pilot keine Berechtigung hat, Reisemotorsegler zu fliegen. Diese Ausnahmeregelung gilt nur, wenn die Eigenstartberechtigung in der Lizenz eingetragen ist und beschränkt sich auf die fünf geforderten Eigenstarts.

 

 

3.         Wie sind die Voraussetzungen zur Aufrechterhaltung der Flugberechtigung nach § 4 Abs. (2), § 41 Abs. (3) und § 45 Abs. (2) LuftPersV genau zu verstehen, wo es heißt: "In den 12 Stunden müssen mindestens sechs Stunden als verantwortlicher Luftfahrzeugführer und 12 Starts und 12 Landungen sowie ein Übungsflug von mindestens einer Stunde Flugzeit in Begleitung eines Fluglehrers auf - einem Luftfahrzeug, für das die Klassenberechtigung erteilt wurde, (§4) / Reisemotoseglern (§41) / aerodynamisch gesteuerten Ultraleichtflugzeugen (§45) - enthalten sein."

 

Antwort: Es muß nur der alle 2 Jahre geforderte Übungsflug auf der jeweiligen Luftfahrzeugklasse erfolgen, deren Berechtigung ausgeübt werden soll. Die geforderten 12 Stunden als verantwortlicher Pilot und 12 Starts und 12 Landungen hingegen können in beliebiger Mischung auf einmotorigen Landflugzeugen, Reisemotorseglern oder aerodynamisch gesteuerten Ultraleichtflugzeugen durchgeführt worden sein.

 

 

4.         Wie ist zu verfahren, wenn die Voraussetzungen zur Aufrechterhaltung der Flugberechtigung in § 4 Abs. (2), § 41 Abs. (3) und § 45 Abs. (2) LuftPersV nicht mehr erfüllt sind?

 

Antwort: Entweder eine Befähigungsprüfung mit einem anerkannten Prüfer durchführen oder die fehlenden Voraussetzungen mit Fluglehrer oder unter Aufsicht eines Fluglehrers nachholen.

 

 

5.         Wie ist in § 84 Abs. (5) LuftPersV "zehn Schleppflüge in der jeweils eingetragen Art" zu verstehen?

 

Antwort: Mit "Art" ist hier Art der Aufnahme und Art des Schleppgegenstandes gemeint. Die geforderten 10 Schleppstarts in den letzten 24 Monaten müssen also nicht auf genau der Luftfahrzeugklasse durchgeführt worden sein, auf der der Schleppflug erfolgt.

 

 

6.         Was sind anrechenbare Flugzeiten, bei denen man nicht verantwortlicher Pilot ist, wenn kein zweiter Pilot gefordert ist?

 

Antwort: Bei Flügen mit Fluglehrer, etwa Ausbildungsflügen, beim Übungsflug, bei Checkflügen, Nachschulungsflügen, Sicherheitstrainings, Weiterbildungsschulung (z.B. CVFR) ist üblicherweise der Fluglehrer der verantwortliche Pilot, obwohl er nicht den Sitz des verantwortlichen Piloten einnimmt. (siehe §4 Abs. (4) LuftVG). Diese Zeiten kann sich der übende Pilot als Flugzeit anrechnen, sie gilt aber nicht als Zeit als verantwortlicher Pilot (§124 LuftPersV). Der verantwortliche Pilot (Fluglehrer) kann sich die Flugzeit immer anrechnen.

Achtung: In allen Fällen, in denen nicht eindeutig ist, dass der begleitende Fluglehrer seine Eigenschaft als Fluglehrer ausübt, sollte vor dem Flug nachvollziehbar festgelegt werden, wer der verantwortliche Pilot ist.

Siehe hierzu auch: http://www.ausbildung.bwlv.de/verantwortlicher_pilot.htm

 

 

7.         Was sind die Voraussetzungen für Inhaber einer Schleppberechtigung beim Erwerb einer Schleppberechtigung auf einer weiteren Luftfahrzeugklasse?

 

Antwort: Zur Beantragung der Schleppberechtigung auf einer weiteren Luftfahrzeugklasse genügt der Nachweis von 5 Stunden Flugzeit nach Erwerb der jeweiligen Klassenberechtigung auf dem Luftfahrzeug dieser Klasse, auf dem die ersten Schlepps durchgeführt werden.

 

 

8.         Wie sollten Flugaufträge aussehen bei Flügen zwischen Prüfung und Ausstellung der Lizenz sowie Flügen unter Aufsicht, um fehlende Voraussetzungen zur Wiedererlangung der Flugberechtigung zu erfüllen.

 

Antwort: Flugaufträge sollten nicht über den Rahmen hinausgehen, der auch in der Ausbildung gefordert wird. Ein Fluglehrer sollte sich hier nicht mehr Verantwortung aufladen als nötig. Es ist jedoch strittig ob Flüge zwischen Ausstellung der Lizenz und Erteilung der Lizenz überhaupt zulässig sind und ob Versicherungsschutz besteht.

 

9.         Gilt der Übungsflug auf Reisemotorsegler für die JAR-FCL bzw. ICAO Lizenz auch wenn die Klassenberechtigung für Reisemotorsegler nur in der Segelfluglizenz eingetragen ist?

 

Antwort: Übungsflüge können für die Verlängerung von Klassenberechtigungen in der JAR-FCL bzw ICAO Lizenz  nur anerkannt werden wenn die Klassenberechtigung für TMG in dieser Lizenz eingtragen ist. Hierbei auf die 12 Monatsfrist für den Übungsflug achten!  Für die Verlängerung einer Klassenberechtigung in der JAR-FCL Lizenz muss der Übungsflug mit einem JAR-FCL Lehrer erfolgen. (neu gefaßt)

 

 

10.       Wer darf Segelflugzeuge mit Hilfsmotor fliegen?

 

Antwort: Die neue LuftPersV unterscheidet nicht mehr zwischen Segelflugzeugen ohne oder mit Hilfsmotor oder eigenstartfähig oder nicht eigenstartfähig sondern nur noch nach der ausgeübten Startart. Ein Pilot mit der Berechtigung zur Startart Winde darf nach entsprechender Einweisung mit allen Segelflugzeugen auch denen mit Hilfsmotor an der Winde starten und darf bei Segelflugzeugen mit Hilfsmotor auch den Motor einsetzen unabhängig davon, ob das Segelflugzeug eigenstartfähig ist oder nicht. Nur wenn er mit dem Eigenstartfähigen Segelflugzeug auch einen Eigenstart durchführen möchte, benötigt er die Eigenstartberechtigung.

Siehe hierzu auch http://www.ausbildung.bwlv.de/seflueintrag.htm

 

 

11.       Wann muss ein Luftfahrzeug bei Ausbildungsflügen Unfallversichert sein?

 

Antwort: Bei allen Ausbildungsflügen, die an einen Ausbildungsbetrieb gebunden sind muss das Luftfahrzeug Unfallversichert sein, da dies im Ausbildungshandbuch gefordert ist. Bei Ausbildung zur Klassenberechtigung, zu weiteren Startarten und Berechtigungen ist sie nicht gefordert. Die Ausbildung zur Klassenberechtigung TMG könnte zwar laut §30 Abs 2 LuftVZO ausserhalb eines Ausbildungsbetriebs erfolgen, aber wegen der Anerkennung der erforderlichen „BWLV-Theorieausbildung“ sollte es wie eine Ausbildung im Ausbildungsbetrieb behandelt werden. Wird der Reisemotorsegler ferner auch in der Segelflugausbildung (Aussenlandeübung, Überlandflugeinweisung) oder JAR-FCL Lizenz-Ausbildung eingesetzt, ist auf jeden Fall die Unfallversicherung erforderlich.

 

 

12.       Wer darf zur Schleppberechtigung ausbilden?

 

Antwort: Jeder Fluglehrer mit einer Schleppberechtigung auf der Klasse, auf der zur Schleppberechtigung ausgebildet werden soll, kann zur Schleppberechtigung ausbilden. So kann ein Segelfluglehrer mit Schleppberechtigung auf SEP zum Schleppen auf SEP ausbilden. Siehe hierzu auch http://www.ausbildung.bwlv.de/lehrberechtigung.htm

 

13.       Gemäß der 90-Tage Regel für Passagierflüge (§ 122 LuftPersV bzw JAR-FCL 1.026) darf ein Pilot nur dann Passagiere mitnehmen, wenn er mindestens 3 Starts und 3 Landungen „auf einem Luftfahrzeug der selben Klasse, des selben oder ähnlichen Musters, der Art des Luftsportgerätes" (§ 122 LuftPersV)   bzw „als steuernder Pilot auf einem Flugzeug desselben Musters/derselben Klasse oder in einem Flugsimulator des/der verwendeten Musters/Klasse” (JAR-FCL 1.026) gemacht hat.
Frage: was heißt "derselben Klasse" bzw. "dasselbe oder ähnliche Muster" 

 

Antwort: Flugzeuge (SEP), Motorsegler (TMG), und Segelflugzeuge (GLD) sind verschiedene Klassen! Gehört das Luftfahrzeug, auf dem Passagiere befördert werden sollen, einer Klasse an, genügt es, 3 Starts auf einem Luftfahrzeug derselben Klasse durchgeführt zu haben. Daneben gibt es Luftfahrzeuge, die keiner Klasse zugeordnet sind (siehe Anhang 1N zur 1. DV LuftPersV). Diese werden vom Privatpiloten eher selten geflogen. In diesem Fall müssen 3 Starts auf dem jeweiligen Muster erfolgt sein. Aerodynamisch gesteuerte Ultraleichtflugzeuge gehören alle derselben Art des Luftsportgerätes an und sind damit wie eine Klasse zu betrachten.
Innerhalb einer Klasse wird nicht unterschieden. So ist es etwa in der Klasse der Segelflugzeuge nicht erforderlich, dass die 3 Starts auf einem Doppelsitzer gemacht wurden.
Bei den Startarten gibt es keine gesetzlichen Vorschriften bezüglich der 90-Tage -Regel.
Es bleibt trotzdem in der Verantwortung des Piloten, sicherzustellen, dass er mit dem Luftfahrzeug und der Startart, mit dem/der er Passagiere befördert, genügend vertraut ist (§1 LuftVO).

 

14.       Kann ein anderer Pilot mitfliegen, auch wenn der verantwortliche Pilot die Voraussetzungen nach §122 LuftPersV bzw JAR-FCL 1.026 zur Mitnahme von Fluggästen nicht erfüllt.

 

Antwort: Dies ist nicht zulässig. Generell gilt, der verantwortliche Pilot muss bei Mitnahme weiterer Personen die 90-Tageregelung erfüllen. (neu gefaßt)

 

15.       Gemäß §37 Abs. 1 LuftPersV verringert sich die Flugausbildung zum Erwerb der Segelflugberechtigung bei Inhabern einer Segelfluglizenz mit der Klassenberechtigung für Reisemotorsegler (aber noch keiner Segelflugberechtigung) auf mindestens 5 Stunden. Gilt dies auch für Inhaber der Klassenberechtigung Reisemotorsegler bzw TMG in anderen Lizenzen.

 

Antwort: Für Inhaber der Klassenberechtigung TMG unabhänging von der zugrundeliegenden Lizenz gilt die verringerte Flugausbildungszeit von mindestens 5 Stunden.

Frank-Peter Schmidt-Lademann