Erwerb der CVFR-berechtigung

Die CVFR Ausbildung macht den Piloten zu einem zuverlässigen Partner der Flugsicherung. Er lernt hier sich unter der Kontrolle der Flugsicherung im Luftraum zu bewegen. Über die CVFR Ausbildung können Inhaber von nationalen Motorflug- oder Seglfluglizenzen die JAR-FCL Lizenz erwerben. Die Ausbildung besteht aus der theoretischen Ausbildung in Luftrecht, Instrumentenkunde und Funknavigation  sowie 10 Stunden Flugausbildung in standardisiertem Fliegen nach Instrumenten und Funknavigationsverfahren auf entsprechend ausgerüsteten (siehe unten) Flugzeugen oder Motorseglern.

Die Ausbildung muss in einem registrierten Ausbildungsbetrieb oder einer FTO erfolgen. Vor Beginn der Ausbildung muss eine Schülermeldung erfolgen.

CVFR-Ausbildung

Der Erwerb der CVFR Berechtigung ist in §82 der LuftPersV geregelt:
§ 82
Berechtigung zur Durchführung kontrollierter Sichtflüge
(1) Inhaber von Erlaubnissen für Privatflugzeugführer und Privathubschrauberführer und Segelflugzeugführer mit der Klassenberechtigung für Reisemotorsegler, die nicht nach den Bestimmungen über die Lizenzierung von Piloten von Flugzeugen (JAR-FCL 1 deutsch) oder Hubschraubern (JAR-FCL 2 deutsch) ausgestellt worden sind, bedürfen zur Durchführung von Flügen nach Sichtflugregeln in bestimmten Teilen des kontrollierten Luftraumes der Berechtigung zur Durchführung kontrollierter Sichtflüge, sofern sie nicht im Besitz einer Instrumentenflugberechtigung sind.
(2) Fachliche Voraussetzungen für den Erwerb der Berechtigung sind
1. die theoretische Ausbildung,
2. die Flugausbildung.
(3) Die theoretische Ausbildung erstreckt sich auf die Sachgebiete
1. Luftverkehrs- und Flugsicherungsvorschriften,
2. Funknavigation,
3. Instrumentenkunde.
(4) Die Flugausbildung umfasst mindestens zehn Flugstunden mit Fluglehrer mit Flügen nach Instrumenten und zur Einführung in Navigationsverfahren mittels bodenabhängiger Funknavigations- und Radarhilfen sowie in den Gebrauch von Funknavigationsgeräten innerhalb der letzten fünf Monate vor Ablegung der Prüfung nach Absatz 5. Hiervon können bis zu fünf Stunden in einem vom Luftfahrt-Bundesamt für den Nutzer anerkannten synthetischen
Flugübungsgerät (STD) durchgeführt werden.
(5) Der Bewerber hat in einer theoretischen und praktischen Prüfung nachzuweisen, dass er die zur Durchführung kontrollierter Sichtflüge notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten besitzt.


Die Praktische Ausbildung wird bisher noch nach Kapitel 19/G der Richtlinien des Bundesministers für Verkehr für die Ausbildung und Prüfung des Luftfahrtpersonals von August 1989 durchgeführt:

Die Übungen sind mit Fluglehrer und nach Instrumenten durchzuführen
Stunde Nr 1:
Grundübungen (Vergleich der Fluglagen mit der Anzeige fol­gender Instrumente: Fahrtmesser, Höhenmesser, Wendezei­ger, künstlicher Horizont, Kurskreisel in Verbindung mit Magnetkompaß, Variometer, Uhr; zudem Überwachung der Triebwerkseinstellung): Geradeaus-Horizontalflug mit Verän­derung der Triebwerksleistung zur Erhöhung und Herabset­zung der Fluggeschwindigkeit unter Beibehaltung der Fluglage (Höhe, Kurs); Kurven im Horizontalflug: Kurven mit 15° und 25° Querlage links und rechts um 90°, 180°, 270°, 360°; Einhalten der Höhe und vorgegebener Fluggeschwindigkeit
Stunde Nr 2 u.3:
Wiederholungen der Übung Nr. 1; zusätzlich Steig-/Sinkflug auf gleichbleibendem Kurs unter Beibehaltung einer vorgege­benen Steig-/Sinkfluggeschwindigkeit; Übergang vom Steig-/ Sinkflug in den Horizontalflug; Kurven im Steig-/Sinkflug mit 15° bis 20° Querlage
Stunde Nr. 4:
Langsamflug bei Vs + 10 kt (Überziehgeschwindigkeit des Flugzeugs im jeweiligen Flugzustand + 10 kt Sicherheit) im Reiseflugzustand, Klappen in Startstellung sowie Klappen in Anflugstellung und eingefahrenem Fahrwerk; Einhalten von Höhe, Fluggeschwindigkeit und Kurs sowie Korrektur der Triebwerksleistung, Aufrichten aus ungewöhnlichen Fluglagen (Querlage von 40° bis 60° verbunden mit Steig-/Sinkfluglagen); Steilkurven mit 45° Querlage links und rechts um je 360°
Stunde Nr.5:
Funknavigation mittels NDB, VOR, ggf. VDF: Erläuterung der Bedienung und der Anzeigen der ADF- und VOR-Bordanlage; Erfliegen einer stehenden Peilung; Einhalten einer vorgegebe­nen Sollkurslinie, Standortbestimmung mittels Funknaviga­tionsgerät; empfohlen: Abstandsbestimmung; Arbeitsweise und Bedienung der Transponder-Anlage
Stunde Nr. 6:
Wiederholung der Übung Nr. 4
Stunde Nr. 7-10:
Wiederholungen der Übung Nr. 5; zusätzlich: Anflug eines Flugplatzes mittels VDF-Peilung

Für die CVFR-Ausbildung stellt die DFS Übungsstrecken zur Verfügung, auf denen unter der Betreuung der FIS Spezialisten CVFR Flüge simuliert werden können. Die Beschreibung der Übungsstrecken und die Verfahren sind weiter unten im Abschnitt Downloads/Links zu finden.

Ausrüstungsvorschriften

Das Ausbildungsflugzeug (Flugzeug oder TMG)  muss neben der für CVFR Flüge geforderten Mindestausrüstung entweder ein ADF oder ein GPS haben. Die Mindesausrüstung für CVFR Flüge ist in §11a der 1. DVO LuftBO sowie in §4 der FSAV festgelegt.

§11a 1. DVO LuftBO
Ausrüstung  für kontrollierte Flüge nach Sichtflugregeln
(zu § 20 Abs. 1 LuftBO)
(1) Für kontrollierte Flüge nach Sichtflugregeln in dafür festgelegten Lufträumen müs­sen die Flugzeuge ausgerüstet sein mit:
1.  einem Magnetkompaß,
2.  einem barometrischen Höhen messer,
3.  einer Fahrtmesseranlage,
4.  einem Variometer,
5.  einem Wendezeiger oder Kreiselhorizont,
6.  einer Scheinlotanzeige,
7.  einem Kurskreisel,
8.  einer Uhr mit Sekundenanzeige.
 (2)          Die nach den Bauvorschriften (Lufttüchtigkeitsforderungen) geforderte Ausrüstung wird auf die Ausrüstung nach Absatz 1 angerechnet.

§4 FSAV
Flugsicherungsausrüstung für Flüge nach Sichtflugregeln
(1)           Für Flüge nach Sichtflugregeln müssen Flugzeuge, Drehflügler, Motorsegler, Segelflugzeuge, Luftschiffe und Freiballone mit einem UKW-Sende-/Empfangsgerät, das mindestens die für den vorgesehenen Flug erforderlichen Frequenzen aus dem Bereich von 117,975 bis 137,000 MHz umfaßt, ausgerüstet sein; die Sendeleistung und die Empfängerempfindlichkeit müssen mindestens so groß sein, daß unter Berücksichti­gung der flug betrieblichen Eigenschaften des Luftfahrzeuges und der beflogenen Strecke ein einwandfreier Sprechfunkverkehr mit den Flugverkehrskontrollstellen durchgeführt werden kann. Ausgenommen sind Flüge an Flugplätzen ohne Flugver­kehrskontrollstelle, die bei Tage durchgeführt werden und nicht über die Umgebung des Startflugplatzes hinausführen (§ 3a Abs. 3 Luftverkehrs-Ordnung). Örtliche Rege­lungen der zuständigen Luftfahrtbehöde eines Landes (nach § 21 a Abs. 1 Luftverkehrs­Ordnung) bleiben unberührt.
(2) Zusätzlich zu dem UKW-Sende-/Empfangsgerät müssen Flugzeuge, Drehflügler und Motorsegler ausgerüstet sein für
1.  Flüge in Gebieten mit kontrolliertem Sichtflugbetrieb (CVFR-Gebiete) beziehungs­weise in Lufträumen der Klasse C (ab dem 29. April 1993) mit einem VOR­Navigationsempfänger;
2.  Flüge bei Nacht außerhalb der Sichtweite eines für den Nachtflug betrieb genehmig­ten und beteuerten Flugplatzes
a)  im kontrollierten Luftraum mit einem VOR-Navigationsempfänger
b)  im unkontrollierten Luftraum mit einem VOR-Navigationsempfänger oder einem automatischen Funkpeilgerät (ADF);
3.  Flüge über Wolkendecken mit einem VOR-Navigationsgerät oder einem automati­schen Funkpeilgerät (ADF).
(3) Motorgetriebene Luftfahrzeuge müssen für folgende Flüge nach Sichtflugregeln mit einem Sekundärradar-Antwortgerät (Transponder) ausgerüstet sein:
1.  in CVFR-Gebieten beziehungsweise Lufträumen der Klasse C (ab dem 29. April 1993);
2.  oberhalb 5000 Fuß über NN oder oberhalb einer Höhe von 3500 Fuß über Grund, wobei jeweils der höhere Wert maßgebend ist;
3.  bei Nacht im kontrollierten Luftraum.
Der Transponder muß für den Abfragemodus A mit 4096 Antwortcodes und für den Abfragemodus C mit automatischer Höhenübermiftlung ausgestattet sein oder Mode S-Technik verwenden.
(4) Die Flugverkehrskontrollstellen können im Einzelfall Flüge mit Luftfahrzeugen ohne UKW-Sende-/Empfangsgerät in Kontrollzonen, von und zu Flugplätzen mit Flugver­kehrskontrollstellen und Kunstflüge im kontrollierten Luftraum zulassen, soweit dadurch die öffentliche Sicherheit oder Ordnung, insbesondere die Sicherheit des Luftverkehrs, nicht beeinträchtigt wird.


Downloads/Links

Ausbildungsplan für die CVFR-Ausbildung
Intercept Procedures
CVFR Spickzettel
CVFR Übungen

CVFR Übungsstrecken
Befähigungsnachweis und Antrag auf Erwerb der CVFR-Berechtigung
Prüfungsprotokoll zum Erwerb der CVFR-Berechtigung
Erlaß zur CVFR Ausbildung vom 2.12.1997 (.pdf)
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